Mai 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
ein positives Jahresergebnis 2025 ist ein starkes Signal – aber kein Grund zur Entwarnung.
Denn während unsere Sanierung greift, verschärft sich das Marktumfeld weiter: Airlines ziehen Kapazitäten ab, Betriebskosten steigen, geopolitische Krisen belasten die Branche und strukturelle Standortnachteile schwächen die Wettbewerbsfähigkeit des Luftverkehrsstandorts Deutschland zunehmend.
Aktuelle Branchenprognosen des Flughafenverbands ADV bestätigen diese Entwicklung inzwischen für den gesamten deutschen Luftverkehrsmarkt: Hohe staatliche Belastungen, steigende Kerosinkosten und eine schwache Konjunktur bremsen die Erholung spürbar und erhöhen den wirtschaftlichen Druck auf Airlines und Flughäfen gleichermaßen.
Das zeigt: Wirtschaftliche Stabilisierung allein reicht nicht. Wer in diesem Markt bestehen will, muss sich permanent weiterentwickeln.
Deshalb treiben wir die Transformation der Mitteldeutschen Flughafen AG mit unveränderter Konsequenz voran – wirtschaftlich, operativ und strukturell. Denn der Rückenwind ist nicht unser Geschäftsmodell.
In diesem Sinne: Wer fliegt, stärkt Konnektivität. Wer mit uns fliegt, fliegt die Region gleich mit.

Maret Montavon
Leiterin Kommunikation & Politikbeziehungen
DIE THEMEN IM ÜBERBLICK
1 / MFAG erreicht entscheidenden Meilenstein im Restrukturierungsprozess
2 / Luftverkehrsstandort Deutschland unter wachsendem Wettbewerbsdruck
3/ Turkish Airlines stellt Verbindung nach Istanbul ein – struktureller Kostendruck trifft auch Leipzig/Halle
4/ Das Beste zum Schluss
1 / MFAG erreicht entscheidenden Meilenstein im Restrukturierungsprozess
Die Mitteldeutsche Flughafen AG hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem positiven Konzernergebnis von 10,5 Mio. Euro abgeschlossen und damit einen wesentlichen Fortschritt im laufenden Sanierungsprozess erzielt. Gegenüber dem Vorjahr verbesserte sich das Ergebnis um 64 Mio. Euro; zugleich überschritt der Konzern erstmals die Umsatzmarke von 200 Mio. Euro.
Besonders relevant für die wirtschaftliche Einordnung ist die operative Entwicklung: Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms konnte die MFAG ihr operatives Ergebnis um rund 21 Mio. Euro verbessern. Die Zahlen belegen, dass die eingeleiteten Maßnahmen greifen und die wirtschaftliche Stabilisierung substanziell voranschreitet.

Die MFAG bewertet das Ergebnis als wichtigen Meilenstein, betont jedoch zugleich, dass der Sanierungsprozess noch nicht abgeschlossen ist. Die vollständige Beendigung der Sanierungsphase bleibt an die finale Zielerreichung sowie die Bestätigung durch Wirtschaftsprüfer und finanzierende Banken geknüpft.
Parallel bereitet das Unternehmen bereits die nächste Entwicklungsphase vor. Im Fokus stehen die wirtschaftliche Kompensation der künftig zurückgehenden Erstattungen für hoheitliche Kosten sowie die weitere Stärkung der Krisen- und Marktresilienz. Darüber hinaus sollen zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen werden. Hierzu arbeitet die MFAG an neuen wirtschaftlich ausgerichteten Betriebskonzepten für beide Flughafenstandorte.
Ziel bleibt ein dauerhaft tragfähiges Geschäftsmodell, das sich konsequent an Nachfrage, Wirtschaftlichkeit und klarer funktionaler Rolle der Standorte orientiert. Die MFAG setzt ihren Restrukturierungs- und Transformationskurs damit konsequent fort.
Lesen Sie dazu:
- Jahresabschluss MFAG
- Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden erzielen erstmals Gewinn – doch der Härtetest folgt erst noch (Quelle: Leipziger Volkszeitung)
2 / Luftverkehrsstandort Deutschland unter wachsendem Wettbewerbsdruck
Der wirtschaftliche Druck auf den Luftverkehrsstandort Deutschland nimmt weiter zu. Hohe staatliche Standortkosten, steigende Treibstoffpreise und eine schwache wirtschaftliche Entwicklung führen dazu, dass Airlines ihre Netzwerke und Kapazitäten zunehmend neu bewerten. Der Flughafenverband ADV rechnet deshalb für 2026 nur noch mit einer stagnierenden Passagierentwicklung in Deutschland.
Besonders betroffen sind touristische Nebenstrecken, Regionalverbindungen und preissensitive Geschäftsmodelle. Die Auswirkungen zeigen sich inzwischen an zahlreichen deutschen Standorten: Ryanair reduziert ihr Angebot am Flughafen Berlin Brandenburg deutlich, Lufthansa überprüft und streicht Regionalverbindungen und auch an weiteren Flughäfen geraten bestehende Strecken wirtschaftlich unter Druck.
Gleichzeitig wird deutlich, wie wichtig gemeinsame regionale Unterstützung für Konnektivität und internationale Anbindung geworden ist. Die aktuellen Gespräche rund um den Erhalt von Lufthansa-Verbindungen in Dresden, Münster/Osnabrück und Bremen zeigen exemplarisch, dass sich Wirtschaft, Politik und Gesellschafter vielerorts aktiv für ihre Luftverkehrsanbindung einsetzen.
Gerade Regionalflughäfen stehen im europäischen Wettbewerb zunehmend unter Druck, da Airlines wirtschaftliche Risiken stärker priorisieren und Kapazitäten gezielter auf besonders profitable Märkte konzentrieren.

Nur so lassen sich internationale Erreichbarkeit, wirtschaftliche Entwicklung und regionale Konnektivität langfristig sichern.
Lesen Sie dazu:
- BDL-Statement zur Absenkung der Luftverkehrsteuer (Quelle: BUNDESVERBAND DER LUFTSICHERHEITSUNTERNEHMEN (BDL))
3 / Turkish Airlines stellt Verbindung nach Istanbul ein – struktureller Kostendruck trifft auch Leipzig/Halle
Turkish Airlines hat die Verbindung zwischen Leipzig/Halle und ihrem internationalen Drehkreuz in Istanbul zum 2. Mai 2026 eingestellt. Nach Angaben der Airline erfolgt die Entscheidung im Rahmen kurzfristiger globaler Netzwerkanpassungen infolge geopolitischer Entwicklungen und deutlich gestiegener Betriebskosten, insbesondere bei Treibstoffen. Weltweit sind mehrere Stationen von den Maßnahmen betroffen.
Die Entscheidung reiht sich in eine breitere Entwicklung am Luftverkehrsstandort Deutschland ein. Parallel dazu hatte Ryanair angekündigt, ihre Basis am Flughafen Berlin Brandenburg deutlich zurückzufahren und das Angebot zum Winter massiv zu reduzieren. Branchenweit wächst damit die Zahl der Airlines, die ihre Kapazitäten an deutschen Standorten aufgrund strukturell hoher Betriebskosten und regulatorischer Belastungen überprüfen.
Der Flughafenverband ADV hat seine Passagierprognose für Deutschland vor diesem Hintergrund jüngst nach unten korrigiert und rechnet 2026 nur noch mit einer stagnierenden Entwicklung. Besonders betroffen seien touristische Nebenstrecken sowie preissensitive Geschäftsmodelle im Low-Cost-Segment. Ursache seien insbesondere hohe staatliche Belastungen, steigende Kerosinkosten und die schwache konjunkturelle Entwicklung.
Für Leipzig/Halle ist die Entwicklung umso bedauerlicher, als sich die Verbindung in den vergangenen Jahren positiv entwickelt hatte: Die Nachfrage stieg 2025 um 11,9 Prozent, im ersten Quartal 2026 sogar um weitere 19 Prozent. Gleichzeitig wurde das Angebot durch die Airline ausgeweitet. Unter den verschärften wirtschaftlichen Rahmenbedingungen konnte jedoch keine dauerhaft tragfähige Wirtschaftlichkeit erreicht werden.
Turkish Airlines hat betont, dass die Region Leipzig/Halle weiterhin ein relevanter Markt bleibt und eine Rückkehr perspektivisch nicht ausgeschlossen ist. Der Flughafen steht hierzu weiterhin im Austausch mit dem Management der Airline. Parallel werden bereits Gespräche mit potenziellen neuen Airline-Partnern geführt, um zusätzliche internationale Verbindungen für die Region zu erschließen.
Die Entwicklung bestätigt einmal mehr: Der Wettbewerb im europäischen Luftverkehr wird zunehmend durch staatlich und strukturell geprägte Standortkosten entschieden. Vor diesem Hintergrund arbeitet der Flughafen Leipzig/Halle gemeinsam mit Partnern aus Wirtschaft, Politik und Tourismus weiter daran, die internationale Konnektivität der Region nachhaltig zu stärken und neue Wachstumsperspektiven zu erschließen.
Lesen Sie dazu:
- Turkish Airlines stellt Betrieb in Leipzig ein: Flughafen verliert nächstes großes Drehkreuz (Quelle: Leipziger Volkszeitung)
4 / Das Beste zum Schluss
Sommerflugplan 2026
uch in einem herausfordernden Marktumfeld bieten die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden mit dem Sommerflugplan 2026 ein verlässlich aufgestelltes Streckennetz für Urlaubs- und Geschäftsreisende. Der Flugplan gilt vom 29. März bis 24. Oktober 2026.
Ab Leipzig/Halle ergänzt Bodrum neu das Programm. Wichtige Urlaubsdestinationen wie Antalya, Mallorca, Heraklion und Hurghada sind mit hoher Frequenz erreichbar. Ergänzend sorgen Sonderflüge – etwa nach Sizilien, Santorini oder Ischia – für zusätzliche Reiseangebote. Über die Drehkreuze Frankfurt und Wien ist Leipzig/Halle weiterhin gut an den internationalen Luftverkehr angebunden.
Auch ab Dresden bleibt das Angebot stabil mit gezielten Erweiterungen. Neu im Sommerflugplan ist die Verbindung nach Bozen in Südtirol, die zweimal wöchentlich angeboten wird. Gleichzeitig wird das Mallorca-Angebot ausgebaut. Ergänzt wird der Flugplan durch ausgewählte Sonderverbindungen zu Zielen im Mittelmeerraum.

Im Linienverkehr ist Dresden weiterhin gut eingebunden: Mehrmals täglich bestehen Verbindungen zu den Drehkreuzen Frankfurt und München, ergänzt durch Flüge nach Zürich und Düsseldorf. Damit bleibt der Zugang zu internationalen Streckennetzen zuverlässig gesichert.
Das Angebot an beiden Flughäfen sichert damit eine verlässliche Anbindung an zentrale Urlaubsregionen sowie an internationale Netzwerke – mit einem klar fokussierten und wirtschaftlich tragfähigen Angebot für die Sommersaison.
Lesen Sie dazu:
Bisherige Ausgaben
Politikbrief Februar 2026
Sonderausgabe 09/2025
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Politikbrief Mai 2025
Politikbrief März 2025
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