Februar 2026

Liebe Leserinnen und Leser,
die neue Studie zur „Volkswirtschaftlichen Bedeutung der Mitteldeutschen Flughäfen“ des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln Consult GmbH zeigt eindrucksvoll: Die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sind zentrale Treiber für Wertschöpfung, Beschäftigung und internationale Vernetzung in Sachsen und Sachsen-Anhalt – mit einem klar positiven fiskalischen Effekt für beide Länder.
Sie macht zugleich deutlich, wie unterschiedlich – und komplementär – beide Standorte aufgestellt sind: Leipzig/Halle als zweitgrößter Luftfrachtflughafen Deutschlands und logistisches Rückgrat der Region, Dresden als Tor für Hochtechnologie, Wissenschaft und internationale Fachkräfte im Umfeld von Silicon Saxony. Studienautor Hanno Kempermann verweist dabei ausdrücklich auf die Bedeutung leistungsfähiger Anbindung – in der Luft ebenso wie auf der Schiene. Seine Empfehlung: unter anderem einen ICE-Haltepunkt am Flughafen Leipzig/Halle, um zusätzliche Passagierpotenziale zu erschließen. Zugleich betont die Studie die Notwendigkeit deutlich verbesserter bundespolitischer Rahmenbedingungen. Im Fokus sind dabei insbesondere die staatlichen Standortkosten und die Infrastruktur, damit Deutschland im internationalen Wettbewerb nicht weiter an Boden verliert.
Vergangene Woche haben die Ministerpräsidenten von Sachsen und Sachsen-Anhalt die gemeinsame Vereinbarung zur Finanzierung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden unterzeichnet. Auf Grundlage der Kabinettsbeschlüsse vom 20. Januar schafft dies nun einen rechtsverbindlichen Rahmen für die Jahre 2027 bis 2030 zur Erstattung hoheitlicher, nichtwirtschaftlicher Aufgaben – und setzt ein starkes politisches Signal für beide Standorte.
Ich wünsche Ihnen eine gute Lektüre

Maret Montavon
Leiterin Kommunikation & Politikbeziehungen
1 / Volkswirtschaftliche Bedeutung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden
Die Regionalstudie des Instituts der deutschen Wirtschaft belegt erstmals umfassend die volkswirtschaftliche Wirkung der Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden für Sachsen, Sachsen-Anhalt und darüber hinaus.
Die Kernergebnisse:
- 4,6 Mrd. € Bruttowertschöpfung bundesweit
- 52.276 Arbeitsplätze entlang der gesamten Wertschöpfungskette
- 875 Mio. € jährliches Steueraufkommen
- Jeder Euro öffentlicher Unterstützung erzeugt ein Vielfaches an fiskalischem Rückfluss:
- Faktor 6,2 in Sachsen
- Faktor 5,4 in Sachsen-Anhalt

CEO Götz Ahmelmann ordnet die Ergebnisse wie folgt ein:
„Die Regionalstudie bestätigt eindrucksvoll: Leipzig/Halle und Dresden sind zentrale Treiber für Wertschöpfung, Beschäftigung und internationale Vernetzung. Leipzig/Halle ist Deutschlands zweitgrößter Luftfrachtstandort und Schlüssel für Logistik und Luftfahrtindustrie. Dresden gewinnt als Standort für Wissenschaft, Hightech und internationale Fachkräfte weiter an Bedeutung. Die politische Unterstützung durch die von den Ministerpräsidenten der Länder Sachsen und Sachsen-Anhalt unterzeichnete Kooperationsvereinbarung und die nun klar belegten volkswirtschaftlichen Effekte sind ein starkes Signal für unsere Region und bestärken uns darin, unseren Sanierungskurs konsequent fortzusetzen. Die Mitteldeutschen Flughäfen gehen ihren Weg in eine eigenständige, verlässliche und zukunftsfähige Zukunft.“
Auch Studienautor Hanno Kempermann (Institut der deutschen Wirtschaft Köln) betont die strukturelle Bedeutung der beiden Standorte:
„Die Regionalstudie zeigt: Die Flughäfen Leipzig/Halle und Dresden sichern rund 4,6 Milliarden Euro Bruttowertschöpfung und über 52.000 Arbeitsplätze. Darüber hinaus erzeugen sie vielfältige positive Effekte für Innovation, Unternehmensansiedlungen und internationale Vernetzung. Beide Standorte erfüllen komplementäre Rollen – Leipzig/Halle als Fracht- und Tourismusdrehscheibe, Dresden als zentraler Knoten für Geschäftsreisen, Wissenschaft und Hochtechnologie. Insbesondere das Dresdner Innovationsökosystem profitiert erheblich von der globalen Einbindung über den Flughafen.“
Die Studie unterstreicht zudem: Jeder Euro Wertschöpfung am Flughafen erzeugt weitere 1,50 Euro in der Gesamtwirtschaft. Damit leisten beide Flughäfen einen eigenständigen Beitrag zu Wachstum, Beschäftigung und internationaler Wettbewerbsfähigkeit der Region.
Die vollständige Regionalstudie finden Sie hier: www.mdf-ag.com/regionalstudie
2 / Finanzierungsperspektive der Länder 2027–2030 – geordneter Übergang in die wirtschaftliche Eigenständigkeit
Auf Basis der Regionalstudie und der gemeinsamen Kabinettsbeschlüsse in Sachsen und Sachsen-Anhalt haben beide Länder eine Finanzierungsperspektive für die Jahre 2027 bis 2030 vereinbart.
Diese Entscheidung folgt einer klaren politischen und wirtschaftlichen Logik:
Die Sanierung der Mitteldeutschen Flughafen AG ist auf Zielkurs. Die Finanzierungsperspektive schafft den notwendigen Rahmen, um den Sanierungsprozess geordnet abzuschließen und den Übergang in eine wirtschaftlich eigenständige Zukunft abzusichern.
Die vereinbarte Finanzierung dient ausschließlich der Erstattung von Kosten für hoheitliche, nichtwirtschaftliche Aufgaben – insbesondere in den Bereichen Sicherheit und Feuerwehr. Ein Verlustausgleich findet nicht statt.
Ziel der Vereinbarung ist es,
- Banken und Finanzierungspartnern Planungssicherheit zu geben,
- notwendige Investitionen in Infrastruktur und Betriebssicherheit zu ermöglichen,
- und die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Sanierungsabschluss bis Ende 2026 zu schaffen.
Die MFAG befindet sich dabei klar auf Kurs. Die in den vergangenen Jahren eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen wirken, Strukturen wurden verschlankt, Kosten nachhaltig gesenkt und neue Erlöspotenziale erschlossen. Die politische Unterstützung und die nachgewiesenen volkswirtschaftlichen Effekte bestärken uns darin, diesen Sanierungskurs konsequent fortzusetzen – ohne nachzulassen.
Die Finanzierung ist ausdrücklich an den Fortschritt der Sanierung geknüpft. Sie ist kein Ausdruck von Abhängigkeit, sondern Voraussetzung für einen stabilen Übergang in die wirtschaftliche Normalität der Standorte Leipzig/Halle und Dresden.
Mit der gemeinsamen Erklärung setzen beide Länder zugleich ein wichtiges Signal an Wirtschaft, Fluggesellschaften und Öffentlichkeit: Die Flughäfen sind langfristig abgesichert und bleiben verlässliche Infrastrukturanker für Mitteldeutschland.
Die MFAG versteht diese politische Entscheidung als Vertrauensbeweis – und als klaren Auftrag, den eingeschlagenen Restrukturierungs- und Transformationskurs diszipliniert und gewissenhaft fortzuführen.

3 / Tarifabschluss 2026/27 als Beitrag zur wirtschaftlichen Stabilisierung
Im Januar 2026 konnte die Mitteldeutsche Flughafen AG die Tarifgespräche mit ver.di für die gekündigten Haustarifverträge erfolgreich abschließen. Der erzielte Abschluss berücksichtigt sowohl die wirtschaftliche Gesamtsituation der Unternehmensgruppe als auch die Interessen der Beschäftigten – und fügt sich in den laufenden Sanierungspfad ein.
Zentrale Elemente sind:
- eine kurze Laufzeit von 15 Monaten zur Sicherung der weiteren Restrukturierungsfähigkeit,
- die Fortführung der bestehenden Entgeltregelungen ohne tabellenwirksame Erhöhung,
- sowie eine erfolgsabhängige Einmalzahlung für 2026, die ausschließlich bei Erreichen definierter Ergebnisziele greift.
Damit wurde ein ausgewogener Kompromiss gefunden: Die Leistungen der Mitarbeitenden werden anerkannt, ohne die wirtschaftliche Stabilisierung der Flughäfen zu gefährden. Variable Bestandteile sind konsequent an den Unternehmenserfolg gekoppelt.
Der Tarifabschluss unterstreicht den gemeinsamen Willen von Unternehmen und Belegschaft, den Sanierungskurs verantwortungsvoll mitzutragen. Er schafft Planungssicherheit für den weiteren Restrukturierungsverlauf und stärkt zugleich die Glaubwürdigkeit gegenüber Finanzierungspartnern und Gesellschaftern.
Für die MFAG ist dieser Abschluss ein weiterer Baustein auf dem Weg zu einem ausgeglichenen operativen Ergebnis bis Ende 2026 – und damit zur langfristigen Stabilisierung der Standorte Leipzig/Halle und Dresden.

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